Bodenseetagung in Gästehaus St. Theresia in Eriskirch

vom 9. - 12. Oktober 2018  

„..... wie ein Baum , gepflanzt an den Wasserbächen ….“ Psalm 1

Das Gästehaus St. Theresia in Eriskirch/Moos nahm unsere Gruppe von 19 Pfarrfrauen nun schon zum zweiten Mal sehr gastfreundlich auf und wir fühlten uns in den Räumlichkeiten, im schönen großen Garten und der naturnahen Umgebung des Hauses wieder sehr wohl. Hier waren wir umgeben von unglaublich vielen Wald-, Nutz- und Zierbäumen. Eine überreiche Ernte an Äpfeln, Birnen, Nüssen und Wildfrüchten ließ uns staunen und war für manche Äste zu schwer geworden. Die Blätter leuchteten in bunten Farben unter blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.

Das war Einladung genug, und unser erster Gang in die Natur führte uns in das 10 Minuten entfernte Eriskircher Ried. Das ist ein Naturschutzgebiet zwischen Bodensee und Schussenmündung, in dem wir diese „Bäume, gepflanzt an den Wasserbächen“, ganz nah und intensiv erleben konnten. Lieder, Gedichte und theologisch/philosophische Gedanken vertieften das Sehen und Betrachten des Auwaldes und einiger eindrucksvollen Baum“persönlichkeiten“.

Die beim Spaziergang gesammelten herbstlichen Blätter konnten dann anschließend mit Hilfe von Textilfarben als Naturdruck auf Leinen- und Baumwolltischdecken verewigt werden.

Inhaltlich und thematisch beschäftigten wir uns mit der Symbolik und Bedeutung von Bäumen in den verschiedenen Kulturen und Religionen der Menschheitsgeschichte und auch ganz persönlich in unserem eigenen Leben. Überall hatten und haben Bäume eine ganz entscheidende und wichtige Rolle, sei es, dass sie als eigene Gottheiten verehrt wurden, als heilige Wohnstätten von Göttern oder als Versammlungsorte, unter denen Gericht gehalten wurde. Im AT und NT stehen Bäume als Bilder und Gleichnisse an so vielen bedeutenden Stellen und Aussagen, dass wir uns nur mit einigen näher beschäftigen konnten. Vor allem Psalm 1 begleitete uns durch die gesamten Tage. In einer lebendigen Bibelarbeit mit Pfarrerin Gertrud Hornung aus Manzell, in Morgen- und Abendimpulsen und im gemeinsam gestalteten Abschlussgottesdienst hatte jede von uns die Möglichkeit, ihren ganz persönlichen Zugang zu „ihrem“ Baum zu finden und die biblische Botschaft für sich sprechen zu lassen.

Bei diesem Thema war das Ziel eines gemeinsamen Ausfluges klar. Mit dem Schiff fuhren wir von Friedrichshafen zur Insel Mainau und genossen bei der langen Hin- und Rückfahrt die Weite des Bodensees. Danach waren wir begeistert vom Reichtum und der Farbenpracht der Blumen, die dank des schönen Wetters noch in voller Blüte standen. Doch alle von uns hatten noch stärker das Augenmerk auf die Bäume gerichtet, die auf dieser Insel wachsen. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus, die Vielfältigkeit an Formen, Größe und Gestalt von Bäumen aus aller Welt war sehr faszinierend und beeindruckend.

Bäume – starke Symbole für Gottes Wort, Hoffnung, Kraft, feste Verwurzelung, Standhaftigkeit und Dauerhaftigkeit über ein Menschenleben hinaus: zum Abschied und zur Erinnerung an diese schönen Tage in guter Gemeinschaft bekam deshalb jede von uns noch einen kleinen Gingkobaum anvertraut. Und wer weiß, vielleicht steht in vielen Jahren in einigen Pfarrgärten auch so ein großer, eindrucksvoller und besonderer Baum.