Pilgerwege um Heiligkreuztal

Vom 18. bis 20. Juni 2010 trafen sich 13 Pfarrfrauen aller Altersstufen unter der sachkundigen Leitung von Christine Scheiberg und Christine Haag zur Pfarrfrauentagung unter dem Motto „Pilgerwege um Heiligkreuztal“. Wir waren im Kloster Heiligkreuztal in Einzelzimmern untergebracht und wurden wunderbar verpflegt.

 

Der Ankunftsabend diente dem Kennenlernen: dem gegenseitigen und dem der Klosteranlage. Besonders beeindruckend war dabei der Gang durchs schon etwas verwachsene Labyrinth im Klostergarten, der seinen Höhepunkt im Ablegen eines (Sorgen-)Steins fand und zu vielen Lebensüberlegungen anregte.

 

Der Samstag war vor allem dem Pilgern gewidmet, wobei das Pilgern bei Regen schon eine besondere Erfahrung war. Nach dem Morgenimpuls in der Kirche - er beschäftigte sich v. a. mit dem dortigen sog. Kräuterhimmel, wobei wir u.a. erfuhren, dass die Akelei früher auch „fünf Vögerl beisamm’n“ genannt wurde - wanderten wir in zügigem Tempo nach Wilflingen. Unterbrochen wurde die Etappe von Kurzandachten und Gesang und manche Wegstrecke wurde in der Stille absolviert - einer Stille in Verbundenheit. Im Hof des Wilflinger Schlosses erfuhren wir Interessantes über Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg geb. Schiller, einer großartigen Flugzeugpionierin und Schwägerin der Hitlerattentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

 

Der Nachmittag führte uns von Emerfeld aus zur Maria-Nötenwang-Kapelle, wo wir über die Entstehungsgeschichte der Kapelle informiert wurden und die Statue „Maria mit dem Erdbeerkorb“ zu sehen bekamen. Aus diesem Anlass gab es auch für alle eine herrliche Erdbeer-Stärkung. Der Abend war besonders der Johannes-Minne gewidmet, die im Münster von Heiligkreuztal zu sehen ist. Die liebevoll ineinander gelegten Hände von Jesus und Johannes waren Anlass, das Thema „Führen - und führen lassen“ in die Tat umzusetzen: zu leiser Musik durften wir erfahren, wie es ist, sich mit ineinander gelegten Händen behutsam führen zu lassen oder zu führen.

 

Nach dem Morgenimpuls am Sonntag unternahmen wir einen - diesmal regenfreien - Spaziergang, den man unter das Motto „Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft“ stellen konnte. Das Thema der Andacht am nahe gelegenen Waldsee hatte die Erfahrung der Jünger bei Sturm allein auf dem See und der Rettung durch Jesu Gang auf dem See zum Inhalt und regte zum Nachdenken an.

 

Wieder im Kloster hatten wir dann noch die Möglichkeit zur Rückmeldung, die durchweg positiv ausfiel. Der Dank an die Tagungsleitung und deren harmonisches Miteinander war einhellig. Mit einem Reisesegen wurden wir verabschiedet und nach dem Mittagessen brachen wir dann nach und nach - voll mit guten Eindrücken und Erfahrungen - nach Hause auf.

 

Irene Balko, Oberrot