Verheiratet mit der Gemeinde?

Löwensteintagung vom 14. November 2014 bis 16. November 2014:

Ein heikles Thema… - aber so reizvoll, dass 18 Pfarrfrauen aus (fast) ganz Württemberg sich aufgemacht hatten, um ein gemeinsames Wochenende in Löwenstein zu verbringen. Zwischen den bunt gefärbten Weinbergen ließ es sich auf dem traditionellen Nachmittagsspaziergang gut plaudern über alles, was sich im vergangenen Jahr zugetragen hatte. Denn die allermeisten der Teilnehmerinnen sind „Wiederholungstäterinnen“. Aber auch die, die neu dabei sind, finden in der munteren Runde schnell Anschluss; denn alle kommen ja aus dem gleichen Umfeld, so verschieden auch die Familien- und Gemeindeverhältnisse sein mögen. Die mitgebrachten Hochzeitsbilder gaben in der Abendrunde viel Anlass zu gerührten und heiteren Rückblicken. Am nächsten Morgen wurde es dann professionell. Miriam Fischer, Systemtherapeutin und selbst Pfarrfrau, kam dazu, um anhand von gezielten Fragen und Familienaufstellungen das Thema von allen Seiten zu beleuchten. Im Gespräch konnte vieles vertieft werden. Am Nachmittag galt es, kreativ zu werden. Ratlose Gesichter und gekrauste Stirnen wichen bald emsigem Werkeln, und nach einer Stunde war schon die Ausstellung der gesammelten Werke  zu bestaunen. Die momentane Lebenssituation und eine künftige - erträumte oder real geplante-, galt es darzustellen. Nach so viel „Arbeit“ war der Kinoabend so recht zum Ausspannen geeignet. Auch die Popcorn“eimer“ fehlten nicht. Um Ehe drehten sich die heiteren Streifen, die die Leiterinnen der Tagung, Hannah Binder und Beate Schoch, mit viel Liebe ausgesucht hatten. Der Sonntagmorgen gehörte dem Gottesdienst. In Waldbach schauten wir, wie es in einer Gemeinde mit einer jungen Pfarrerin zugeht, die sich nicht scheute, das heikle Thema „Organspende“ in einen Taufgottesdienst einzubauen. Und dann galt es auch schon wieder Abschied zu nehmen, mit dem festen Vorsatz: „Nächstes Jahr in Löwenstein“. Bemerkenswert war die positive Grundstimmung, die alle Teilnehmerinnen einte.  Bei aller Kritik an lästigen Dingen im Pfarramt überwog der klare dankbare Blick für die Vorteile und Annehmlichkeiten, die dieser Beruf auch bietet, und so waren die zwei Tage rundum erfreulich.

Brigitte Koring