Württembergisch-mitteldeutsche Begegnungstage in Erfurt vom 28. – 30. September 2012

„Begegnung und Bildung“ – das könnte als Überschrift über den „Gemeinsamen Tagen aller Mitarbeiterinnen“ stehen, die in diesem Jahr als Begegnungstagung mit Pfarrfrauen der mitteldeutschen Kirche stattfanden. Zehn württembergische Pfarrfrauen verbrachten ein erlebnisreiches und intensives Wochenende in Erfurt.

Als Tagungsstätte erwies sich das Augustinerkloster als hervorragend geeignet. Wo einst Martin Luther an die Klosterpforte klopfte, ist heute eine moderne und ansprechende Tagungsstätte, zentral gelegen am Rande der Altstadt. Auch der evangelische Beauftragte bei der thüringischen Landesregierung sowie diverse Vereine und Gesellschaften haben hier ihren Sitz.

Nach dem Abendgebet in der Augustinerkirche und dem Abendessen im architektonisch interessanten Speisesaal brachte ein Abendspaziergang durch das stimmungsvoll erleuchtete und quicklebendige Erfurt erste Orientierung.

 

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Begegnung mit vier Pfarrfrauen aus Eisenach, Erfurt und Umgebung. Äußerst lebendig und beeindruckend erzählten sie vom Leben in Thüringer Pfarrhäusern, unter anderem auch von der Situation der Pfarrfamilien vor der Wendezeit, als die Bildungschancen der Pfarrerskinder stark eingeschränkt waren. Deutlich wurde auch der besondere Zusammenhalt sowohl der Gemeindeglieder als auch der Pfarrfamilien untereinander. Dem Gespräch schloss sich eine kurze Führung durch das Augustinerkloster sowie durch die dortige Dauerausstellung zu den Themen „Bibel“ und „Martin Luther“ an.

 

Bei der nachmittäglichen Stadtführung mit der in Erfurt lebenden Pfarrfrau Erika Günther war viel Interessantes sowohl über die bewegte Geschichte Erfurts als auch über das Erfurt der Gegenwart zu erfahren. Heute ist Erfurt eine sehr junge, hübsche und lebendige Stadt. In der Alten Universität befindet sich das Landeskirchenamt der noch jungen mitteldeutschen Kirche. Bischofssitz von Bischöfin Junkermann ist jedoch Magdeburg. Die rustikal gepflasterte Altstadt mit ihren Gassen, Brücken, Kirchen, Plätzen und Hinterhöfen, die Alte Synagoge, die Krämerbrücke über der Gera mit den Kunstgewerbeläden, die urigen Lokale, die Spielplätze mit den vielen jungen Familien, die Balkongärten – all das hat es den Württembergerinnen angetan. Einen schönen Beitrag dazu leistete das herrliche Spätsommerwetter. Ein gekonnter Kabarettabend im urigen Dachgeschoss eines Altstadthauses rundete den gelungenen Tag ab.

 

Am Sonntag konnte das gottesdienstliche Leben in Erfurt erkundet werden, bevor es wieder Richtung Bahnhof ging zur Fahrt durch sonnenbeschienene Herbstlandschaften. Die zehn Württemberger Pfarrfrauen kehrten wieder in ihren Alltag zurück – bereichert von den Eindrücken einer jungen, lebendigen Stadt, die überall Geschichte atmet, von erlebter Gemeinschaft und beeindruckenden Begegnungen.

 

01.10.2012

 

Cornelia Mutschler-Hauff